Germania: NO Eurobond

Piani di salvataggio: l’ultima via di uscita dalla crisi dell’euro.

Euro-Bonds, Elite-Bonds, massenhafte Anleihenkäufe durch die EZB – jeden Tag eine neue Idee zur Lösung der Schuldenkrise. Bislang blockt Angela Merkel jeden Vorschlag ab. Doch in Wahrheit könnte die Kanzlerin schon bald zu einem Notfallplan gezwungen sein. In Berlin kursieren mehrere Szenarien.

Berlin – Eigentlich sollte dieser Montag ein angenehmer Tag für Angela Merkel werden. Der umstrittene Tunnelbahnhof in Stuttgart darf nach der Volksabstimmung in Baden-Wuettemberg gebaut werden – ein persönlicher Erfolg auch für die CDU-Chefin, die das Projekt S21 so vehement unterstützt hatte. Doch die willkommene Abwechslung vom Tagesgeschäft währte nicht lange – schon war Merkel wieder beim Megathema ihrer Regierungszeit: der Euro-Krise.

Ein neues Gerücht machte die Runde. Frankreich und Deutschland planten zur Rettung des Euro sogenannte Elite-Bonds, meldete die “Welt” und schreckte damit die hochnervöse Hauptstadt auf. Merkel hatte es eilig mit einem klaren Dementi. Es gebe keine Pläne für gemeinsame Anleihen der kreditwürdigsten Euro-Staaten, nicht einmal für den Notfall. Sollte bloß niemand glauben, Deutschland betreibe die Spaltung Europas. Wie viel nun wirklich dran ist an dem Bericht, wie glaubhaft das Dementi ist, das alles ist derzeit kaum verlässlich zu klären. Eines aber belegen die jüngsten Spekulationen: Die Stimmung in Europa ist aufs Äußerte angespannt.Die Krise spitzt sich immer weiter zu, das Vertrauen der Anleger in die Euro-Zone und ihre Politiker schwindet mit jedem Tag. Immer lautere Rufe nach einem Befreiungsschlag. Am Montag musste Italien den INvestoren für Kredite mit einer Laufzeit von zwölf Jahren 7,2 Prozent Zinsen versprechen – das sind 2,7 Prozent mehr als bei der letzten ähnlichen Auktion. Insgesamt brachte die kleine Versteigerung 567 Millionen Euro ein, geplant waren eigentlich 750 Millionen. Ernst wird es am Dienstag, wenn es um ein Ausgabevolumen von acht Milliarden Euro geht.

Belgien musste den Investoren bei einer Auktion zehnjähriger Staatsanleihen so viel bieten wie seit über yehn Jahren nicht mehr, die Rendite lag bei 5,66 Prozent.

Auch Frankreich und Spanien müssen sich in dieser Woche frisches Geld an den Märkten besorgen.

Niemand weiß, wie lange das alles noch gutgeht. Immer lauter werden deswegen die Rufe nach einem Befreiungsschlag. Mal ist es die Notenpresse der Europäischen Zentralbank, mal sind es Euro-Bonds, jetzt die Elite-Bonds, eine Idee, die schon vor einigen Wochen aufgekommen war. Zu all dem aber sagt die Kanzlerin bislang nein – zumindest offiziell. Merkel will lieber die Europäischen Verträge ändern und so die anderen Euro-Staaten zu mehr Haushaltsdisziplin zwingen.Das Endspiel um den Euro ist in vollem Gange, das Projekt Europa, das den Kontinent einen sollte, steht auf dem Spiel. Am 8. und 9. Dezember kommen die europäischen Staats- und Regierungschefs in Brüssel zum nächsten Krisengipfel zusammen. Einen neuerlichen Fehlschlag können sich die Euro-Retter nicht leisten.

 

fonte: Articolo di Severin Weiland und Philipp Wittrock pubblicato il 28 novembre 2011 sul sito web di Der Spiegel.